Italien: La Dolce Vita in Rom

An keinem anderen Ort der Welt gibt es so viele bekannte Denkmäler pro Quadratmeter wie in Rom. Doch nicht nur historische Bauwerke und mittelalterliche Gassen machen das Leben in Italiens Hauptstadt so süß. Auch Pizza, Pasta, Eis und Espresso gehören zum "la dolce vita". Was man als Tourist unbedingt gesehen und gemacht haben sollte? Insidertipps für einen Städtetrip nach Rom findet ihr hier.

Tipp 1: Sehenswürdigkeiten

Kolosseum: Das Kolosseum ist das größte antike Amphitheater der Welt. Von den berühmten Gladiatorenkämpfen, die dort einst ausgefochten wurden, hat wohl jeder schon mal gehört. Was aber vielleicht nicht jeder weiß: Lange Zeit hieß das Gebäude am Piazza del Colosseo 1 "Amphitheatrum Flavium" – erst später wurde es in Kolosseum umbenannt. Unter der Devise "Brot und Spiele" hatte Kaiser Vespasian den Bau mit den 80 Eingangsbögen um 79 nach Christus in Auftrag gegeben. Wo einst bis zu 55.000 Zuschauer die Gladiatorenkämpfe verfolgen konnten, tummeln sich heute Touristen aus aller Welt. Um die langen Warteschlangen zu umgehen, sollte man Eintrittskarten am besten online vorab buchen.

Campo de Fiori: Der Campo de Fiori gehört zu den ältesten und auch schönsten Plätzen Roms. Er liegt inmitten eines Gewirrs von romantischen, mittelalterlichen Gassen und lädt mit seinen vielen niedlichen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Besucher können hier nicht nur die 1889 errichtete Statue des Philosophen Giordano Bruno bestaunen, sondern auch über den Blumen-, Obst- und Gemüsemarkt schlendern. Ein Besuch lohnt sich nicht nur tagsüber. Abends treffen sich die Italiener hier auf einen Wein oder zum Aperetivo – dann leben der Platz und das Viertel Parione noch einmal richtig auf.

Forum Romanum: In der Antike war das Forum Romanum der gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Mittelpunkt des öffentlichen Lebens in Rom. Die Ausgrabungsstätte mitten im Zentrum liegt an der Via della Salara Vecchia 5/6 und somit ganz in der Nähe des Kolosseums. Die ersten Tempel bauten die Römer dort im 5. Jahrhundert vor Christus. Heute sind davon nur noch Ruinen übrig geblieben.

Piazza Navona: Zentrum des Piazza Navona ist der von Barockmeister Gian Lorenzo Bernini erbaute Fontana dei quattro fiumi (Vierströmebrunnen). Dabei ist der nicht das einzige Wasserspiel hier: Links und rechts davon stehen die Fontana del Nettuno (Neptunbrunnen) und die Fontana del Moro (Mohrenbrunnen). Rund um die drei Brunnen tummeln sich nicht nur zahlreiche Touristen, sondern auch Händler und Maler, die den Besuchern ihre Waren anbieten. Dabei entspannen die meisten Gäste viel lieber in einem der vielen Cafés am Platz, um das Treiben und die prachtvollen Bauten wie zum Beispiel die Kirche Sant’ Agnese in Agone von dort aus zu beobachten. Achtung: Die Preise der Cafés und Restaurants am Piazza Navona haben es in sich!

Petersdom: Der Petersdom ist die größte Kirche der Welt, das geistliche Zentrum des Vatikans, die Grabeskirche des Apostel Simon Petrus und das zentrale Heiligtum der römisch-katholischen Kirche. Im Inneren bietet die Kathedrale am Piazza San Pietro Raum für 60.000 Menschen. Die Kuppel des Petersdoms – der weltweit größte freitragende Ziegelbau – erreichen Besucher über insgesamt 537 Stufen. Belohnt wird die Anstrengung mit einem wunderbaren Blick über Rom und den Vatikan. Anstrengend ist aber nicht nur das Treppensteigen, sondern vor allem das lange Warten in den Besucherschlangen vor dem Petersdom. Wer sich das Anstehen sparen will, sollte die Eintrittskarten vorab online buchen.

Pantheon: Das Pantheon – der Tempel der Götter – ist eine beliebte Stadtion für Städtereisende in Rom. Vor allem die kreisrunde Kuppel mit ihrer Öffnung gen Himmel ist ein begehrtes Fotomotiv. Der 609 nach Christus zur Kirche umfunktionierte Bau liegt am Piazza della Rotonda. Dabei ist das Pantheon nicht nur eines der am besten erhaltenen Monumente der römischen Antike, sondern auch eines der ältesten Betonbauwerke weltweit.

Piazza del Popolo: Am nördlichen Ende der Altstadt liegt der Piazza del Popolo. Der "Platz des Volkes" lässt die drei Hauptstraßen Via del Corso, Via del Babuino und Via di Ripetta zusammenlaufen. Dabei liegt die Via del Corso direkt zwischen den berühmten Zwillingskirchen (Santa Maria in Monte Santo und Santa Maria dei Miracoli) und führt schnurgerade in Richtung Nationaldenkmal.

Tipp 2: Die besten Ausblickspunkte

Giardino degli aranci und Aventin: Eine absolut traumhafte Aussicht hat man von der Terrasse im "Giardino degli aranci", dem Orangengarten, nahe dem Circo Massimo. Von dort aus überblickt man die Stadt und sieht bis zur glänzenden Kuppel des Petersdoms. Läuft man die Via di San Sabina weiter, so gelangt man schließlich zum Aventin, dem südlichsten der sieben Hügel von Rom. Bevor man dort angelangt, sollte man am Piazza dei Cavalieri di Malta aber noch einen Blick durch das vielleicht berühmteste Schlüsselloch der Welt werfen. Wer am Tor auf der rechten Seite durch das legendäre "il buco" schaut, wird seinen Blick direkt auf den Petersdom gerichtet finden.

Monte Gianicolo: Wer einen beeindruckenden Blick über die Stadt genießen will, sollte sich abends auf den Weg zur Spitze des 82 Meter hohen Hügels Gianicolo machen. Da er außerhalb des antiken Stadtzentrums liegt, gehört er zwar nicht zu den berühmten sieben Hügeln Roms, der Weg lohnt sich aber dennoch. Honoriert wird die Anstrengung nämlich mit einem magischen Rom-Panorama. Die Wahrzeichen der "Ewigen Stadt" liegen einem dort nachts hell erleuchtet zu Füßen – ein Blick, der auch verliebte Pärchen magisch anzieht.

Piazza Venezia: Ganz oben in der Beliebtheitsskala rangiert auch die Besteigung des Nationaldenkmals an der Piazza Venezia. Das wuchtige Marmor-Monument für König Vittorio Emanuele II wird von vielen Römern nur spöttisch der "Schreibmaschine" ("Macchina da scrivere") genannt – weil es so globig ist. Doch der Blick von der Aussichtsterrasse auf dem Dach kann sich sehen lassen. Dorthin gelangt man über den Glasaufzug an der Seite des Gebäudes.

Piazza di Spagna: Wer die Scalinata di Trinità dei Monti (Spanische Treppe) am Piazza di Spagna in Richtung der Kirche Santa Trinità dei Monti erklimmt, der hat von oben einen wunderbaren Blick auf das bunte Treiben des Spanischen Platzes – und darüber hinaus.

Tipp 3: Fortbewegung mit Bus, Bahn...und Vespa

Die zentrale Anlaufstation für Bus und Bahn ist die Stazione Termini. Neben den klassischen öffentlichen Verkehrsmitteln halten dort auch Hop-On-Hop-Off-Busse. Die eignen sich vor allem für jene Touristen, die nur kurze Zeit in Rom sind und möglichst viel sehen wollen. Es gibt verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Routen, letztlich ist das Konzept aber immer gleich: Zu einem Festpreis können Gäste 24, 48 oder wahlweise 72 Stunden in den Bussen mitfahren. Diese steuern in regelmäßigen Abständen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt an, während ein Audioguide via Kopfhörer Hintergrundwissen zu den jeweilige Stationen erklärt. Aus- und wieder Zusteigen kann jeder nach Belieben. Meist lohnt es sich, gleich mehrere Tage zu buchen – das 24-Stunden-Paket kostet bei Sightseeing Roma zum Beispiel 25 Euro, das für 48 Stunden nur 28 Euro. Wem das zu teuer ist, der erreicht die Sehenswürdigkeiten Roms natürlich auch mit den ganz normalen Bussen. So fährt zum Beispiel die Linie 64 vom Bahnhof Termini über die Piazza Venezia (von hier aus kann man zu Fuß zumKapitol, Forum Romanum, Kolosseum und Trevi-Brunnen), den Largo Argentina (von geht's zum Pantheon und zur Piazza Navona) zum Petersplatz. Auch mit der Tram Nummer 19 lassen sich die wichtigsten Highlights der Stadt abklappern. Ein einfacher Fahrschein für Bus, Bahn oder Metro kostet gerade mal 1,50 Euro und ist ganze 100 Minuten gültig. Wer das Abenteuer sucht, kann sich natürlich auch selbst ans Steuer setzen und typisch italienisch mit einer Vespa durch Rom düsen. Die Vespa-Miete kostet pro Tag etwa 65 Euro.

Tipp 4: Pizza & Pasta

Pizza und Pasta – zumindest eins von beidem sollte jeder Rom-Besucher in Italiens Hauptstadt einmal gegessen haben. Wenn es sich vermeiden lässt, sollte man das aber nicht unbedingt an touristischen Orten wie dem Piazza Navona tun. Hier sind die Preise völlig überteuert. Kein Wunder, dass Einheimische lieber woanders einkehren. Hier ein paar Tipps, wo es sich gut schlemmen lässt:

Bir & Fud: An der Via Benedetta 23 in Trastevere gibt es nicht nur besonders leckere Pizzen, sondern auch selbstgebrautes Bier. Die Küche ist im Bir & Fud bis 1 Uhr morgens geöffnet.

La Vera Napoli: Ab 19 Uhr kann an der Via Muzio Scevola 47 geschlemmt werden – dann gibt es im La Vera Napoli an der Via muzio scevola 47 klassische Pizzen mit dünnem Boden und das zu annehmbaren Preisen.

Forno Campo de’ Fiori: Wer sich in dem kleinen Geschäft namens Forno Campo de’ Fiori am Vicolo del Gallo 14 eine Pizza oder andere italienische Backwaren holt, sollte diese mit auf den Campo de‘ Fiori nehmen, dort das Flair genießen und Leute beobachten.

Ai Marmi: Superdünner Boden und frischer Belag – wie die Pizzen gemacht werden, kann man bei Ai Marmi an der Viale Trastevere 53 im Stadtteil Trastevere direkt im Restaurant beobachten.

Roma Sparita: Ebenfalls im In-Viertel Trastevere befindet sich das quirlige Restaurant Roma Sparita. Hier gibt es die typisch römische Pasta-Spezialität Cacio e Pepe – das Nudelgericht mit Pecorino und Pfeffer ist zwar simpel, schmeckt aber hervorragend.

Tipp 5: Eis bei jedem Wetter

Ja, in Rom kann es auch mal regnen. Wer jedoch als Tourist nur wenige Tage dort ist, sollte sich durch schlechtes Wetter keinesfalls davon abhalten lassen, mindestens ein Eis zu essen. Schließlich gehört das weltweit zu den besten seiner Art. Hier sind die beliebtesten Eisdielen der Stadt:

Giolitti: Die Eisdiele an der Via degli Uffici del Vicario 40 liegt unweit des Pantheons und gehört zu den bekanntesten der Stadt. Für die bis zu 50 Eissorten stehen nicht nur Touristen Schlange.

Cremeria Monteforte: Der Familienbetrieb an der Via della Rotonda 22 hat mit seiner selbstgemachten Eiscreme schon mehrere Preise gewonnen.

Fata Morgana: Im Stadtteil Monti an der Via degli Zingari 5 gibt es bei Fata Morgana neben den Klassikern auch ausgefallene Sorten wie Kürbis, Basilikum und Ananas-Ginger.

Fior di Luna: Im Stadtteil Trastevere gibt es bei Fior di Luna an der Via della Lungaretta 96 traditionell hergestelltes Eis – angeblich ist da weniger Luft drin.

Il Gelato di Claudio Torcè: Bier, Peperoni, Sellerie und Gorgonzola – das sind bei Il Gelato di Claudio Torcè nicht etwa die Zutaten für ein zünftiges Abendessen, sondern tatsächlich für Eis. Mehr als 100 Geschmacksrichtungen soll es in den acht Filialen geben – eine liegt am Piazza del Risorgimento 51.

Gelateria del Teatro: Ausgefallene Geschmacksrichtungen gibt es auch in der Gelateria del Teatro an der Via dei Coronari 65 – zu den selbstgemachten Sorten gehören zum Beispiel Feige oder Ricotta.

Hinweis: Gewählt wird nicht die Anzahl der Kugeln, sondern die der Geschmackssorten (gusti). Wer nach "Cono o coppetta" gefragt wird, muss sich zwischen Waffel und Becher entscheiden.

Tipp 6: Kaffee trinken

Kaffee, so könnte man meinen, ist das Nationalgetränk der Italiener. Und so verwundert es nicht, dass es auch in Rom Espresso-Bars und niedliche Cafés wie Sand am Meer gibt. Besonders beliebt sind:

Caffè della Pace: Sehen und gesehen werden – das traditionsreiche Caffè della Pace liegt ganz in der Nähe des Piazza Navona und ist Anlaufstelle für Römer, die etwas auf sich halten. Schauspieler und andere Promis mischen sich hier gerne unters Volk.

Sciascia Caffè: Mit Bohnen aus Afrika und Südamerika wird hier seit Jahrzehnten ausgezeichneter Espresso gezaubert. Spezialität des Hauses ist der „caffé con cioccolato“ – ein Espresso mit Schokolade.

Tazza d’Oro: Die Bar ist bei Italienern sehr beliebt. Aus gutem Grund: Für seine edle Bohnen wurde das Tazza d'Oro schon mehrfach ausgezeichnet. Die meisten Einheimischen trinken ihren Espresso hier an der Theke. Der Grund: Wer sich an den Tisch setzt, zahlt das Doppelte.

Bar Amore: In dem kleinen Café an der Via dei Banchi Nuovi ist der Name Programm. In der Bar Amore wird der Cappuccino mit Kakaoherz auf dem Schaum serviert.

Caffè Capitolino: Auf der Terrasse des Palazzo Caffarelli ist der Ausblick besonders toll – schließlich befindet man sich im Caffè Capitolino direkt auf dem Kapitolshügel.

Il Bar: Ein großartiges Panorama bietet sich auch in dem Café namens Il Bar. Auf der Spitze des Castel Sant’ Angelo gibt es nicht nur köstlichen Kaffee, sondern auch einen 360-Grad-Blick über Rom.

Bar Licata: Im Stadtteil Monti, an der Kreuzung zwischen der Via dei Serpenti und der Via Leonina, liegt die Bar Licata. Ein Fensterplatz sichert den direkten Blick auf das Kolosseum.

Caffè Sant’Eustachio: In dem Café zwischen dem Piazza Navona und dem Pantheon haben bereits Prominente wie John F. Kennedy und Naomi Campbell ihren Espresso getrunken.

Hinweis: Wenn Italiener einen Caffè bestellen, meinen sie Espresso.

Tipp 7: Eine Münze werfen

Seit Anfang November 2015 ist die Bauzeit an Roms schönsten Brunnen, der Fontana di Trevi, endlich vorbei und da das Wasser wieder fließt, können Touristen nun auch wieder in Erinnerungen an die berühmte Szene aus Fellinis Film "La Dolce Vita" schwelgen. Wer sich daraufhin wie Anita Ekberg im Brunnenwasser räkeln möchte, sollte diesen Gedanken aber schnell verwerfen. Schließlich verstehen die Carabinieri, die über den legendären Brunnen wachen, in da keinen Spaß. Glücksmünzen dürfen Beuscher aber natürlich auch weiterhin in die Fontana di Trevi werfen. Der Legende nach garantiert dieser alte Brauch, dass man eines Tages nach Rom zurückzukehren wird. Das wünschen sich offenbar ziemlich viele Touristen. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass die Stadt 2013 mehr als eine Millionen Euro aus dem Brunnen fischte.

Hinweis: Der Trevi Brunnen ist ein absoluter Touristenmagnet und tagsüber völlig überlaufen. Wer den Anblick in Ruhe genießen will, sollte sich früh morgens auf den Weg dorthin machen und die Ruhe vor dem Sturm nutzen.

© 2023 by NOMAD ON THE ROAD. Proudly created with Wix.com