Ehrenfeld: Was wird aus dem Heliosgelände?

Wer sich heute trotz des gerade ziemlich miesen Wetters noch vor die Tür traut, der sollte um 19 Uhr vielleicht einfach mal im Haus der Architektur vorbeischauen. Dort geht es nämlich eine Stunde lang um die Zukunft des Heliosgeländes in Köln-Ehrenfeld.

Dass das Heliosgelände in Ehrenfeld ein neues Gesicht bekommen soll, ist schon seit Jahren klar. Auch, dass eine neue Schule an der Vogelsanger Straße ihren Platz finden wird, ist beschlossene Sache. Nur was geschieht mit dem Rest des Areals – darf die Kulturszene bleiben? Wie viel Grün wird es geben? Und was wird aus dem Underground? All diese Fragen sind bis heute nicht abschließend geklärt.

Warum all das noch immer im Unklaren liegt? Weil der Beziehungsstatus zwischen Bürgern und Stadt mal wieder "Es ist kompliziert" lautet. Und das war es im Fall des Heliosgeländes von Anfang an. Als herauskommt, dass das Areal an einen Investor verkauft wurde und der dort ein großes Einkaufszentrum errichten will, laufen die ersten Bürger Sturm – Unterschriften werden gesammelt, eine Bürgerinitiative gründet sich.

Schließlich lassen sich Stadt und Investor auf ein aufwendiges Bürgerbeteiligungsverfahren ein. Die Ehrenfelder entwickeln ein Leitbild und einen Kodex mit Zielen für die Neugestaltung. Anschließend gibt es einen städtebaulichen Wettbewerb. Der Siegerentwurf­ kommt vom Architekturbüro­ "Ortner & Ortner Baukunst" aus Köln. Die Stadt überarbeitet den Entwurf und legt ihn den politischen Gremien vorgelegt. Das Problem: Der neue, überarbeitete Plan gefällt weder den Ehrenfelder Bezirkspolitikern noch der Bürgerinitiative. Die Konsequenz: Das Konzept wird abgelehnt und die Verwaltung muss die Entwürfe nochmal überarbeiten.

Underground bleibt bis Mitte 2017 – Fortsetzung ungewiss

Aktueller Stand der Dinge: Inzwischen hat eine Architektin untersucht, ob sich die Wünsche und Ziele von Bürgern, Politik und Investoren nicht auch anders vereinbaren lassen. Grundlage der Überlegungen sollten die aktuelle Beschlusslage und der "Bürger-Kodex" sein. Was dabei herausgekommen ist, wird heute im Haus der Architektur im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Jeden Dienstag 19 Uhr – eine Stunde Baukultur" vorgestellt.

Werden da endlich alle offenen Fragen aus dem Weg geräumt? Wohl eher nicht. Wer bleiben darf und wer endgültig geht, wird so schnell nicht zu beantworten sein. Während Parma Delikatessen bereits verschwunden ist, darf das Underground zumindest bis Mitte 2017 bleiben – bis dahin läuft nämlich der Mietvertrag. Danach wird nicht nur der Club, sondern auch die DQE-Halle abgerissen. Ob dann – wie hin und wieder gemunkelt wurde – ein neues Underground auf dem Gelände entsteht, bleibt abzuwarten. Eine gute Nachricht gibt es aber schon jetzt: Der uns Ehrenfeldern so geliebte Heliosturm soll auf jeden Fall bleiben.

Veranstaltung heute: "Jeden Dienstag 19 Uhr - eine Stunde Baukultur" diesmal unter dem Titel "Was wird eigentlich aus der Umgebung der Heliosschule? Zum aktuellen Stand der Planung in Köln-Ehrenfeld". Im Haus der Architektur am Josef-Haubrich-Hof 2

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