Ehrenfeld: Der erste Wein made in Cologne

Weinliebhaber und Lokalpatrioten aufgepasst: Ab sofort gibt es kölschen Wein! Wie das funktioniert – so ganz ohne Weinberge? Die Trauben werden aus der Pfalz und anderen Weinanbaugebieten importiert und in Köln verarbeitet. Der Wein reift dann nicht nur in der Domstadt, sondern wird auch hier abgefüllt – und natürlich getrunken.

Kölsch – das Bier der Domstadt – ist weltberühmt. Doch Wein? Den gibt es hier nicht. Schließlich gibt es in der Stadt ja auch keine Weinberge. Letzteres stimmt zwar, Wein aus Köln gibt es jetzt aber trotzdem. Der Stadtkellerei IMI sei Dank. Das Konzept der Jungunternehmer Jonathan, Kai und Svenja: Sie importieren Trauben aus der Pfalz und anderen deutschen Weinanbaugebieten – alle übrigen Schritte von der Reifung bis zur Abfüllung werden nach Köln verlagert. Letztlich, so das Argument der Weinliebhaber, sei das beim Kölsch ja auch nicht anders – Hopfen wird schließlich auch nicht auf der Domplatte angebaut.

Spätestens 2017 soll es eine feste Anlaufstelle für die Urban Winery in Köln geben. Die Verhandlungen über einen Standort in Mülheim laufen. Mit etwas Glück könnte dort also bald die nächste Ernte verarbeitet und abgefüllt werden. Dann sollen Besucher den Winzern auch bei der Arbeit über die Schulter schauen und mithelfen dürfen. In der geplanten Vinothek wird verkostet. Bis dahin ist es zwar noch ein wenig hin – probieren kann man die kölschen Weine aber trotzdem schon jetzt. Indem man sich ein paar Flaschen online bestellt. Oder noch besser: Ihr schaut einfach im Saisongeschäft an der Körnerstraße in Ehrenfeld vorbei. In den Pop-up-Store-Räumen ist die Stadtkellerei nämlich zu Gast und bietet am 8. April ein Tasting an.

Ich hatte während eines ersten Wineflights im Ehrenfelder Colabor bereits die Gelegenheit, die kölschen Weine zu testen. Meine Empfehlung: Scheurebe! Der Weißwein ist frisch, fruchtig und für acht Euro ein echter Knaller in Sachen Preis-Leistung. Hinzukommt das kölsche und ziemlich stylishe Gewand der Flaschen. Die Etiketten ziert jeweils ein Grafitti, das in Köln zu finden ist. Außerdem sind die Schraubverschlüsse mit einem kleinen Stadtpanorama dekoriert. Weitere Fakten zu den Weinen? Bisher gibt es sieben verschiedene im Handel – drei weiße, drei rote und einen Rosé. Weitere sind in Arbeit. Alle Rotweine (Syrah 2012, Frühburgunder 2013, Syrah-Merlot 2013) sind ungefiltert, ungeschönt und mit minimalsten Schwefeleinsatz bearbeitet. Die früh abgefüllten Weine (Scheurebe 2015, Riesling 2015, Blanc de Noir 2015, Sauvignon Blanc 2015) sind gefiltert und ebenfalls mit minimalstem Schwefeleinsatz bearbeitet. Zwei Weißweine, die noch im Keller reifen, sind spontan vergoren, unfiltriert, ungeschönt und ungeschwefelt. Ihr wollt noch mehr erfahren? Dann besucht doch einfach die Website oder schaut auf Facebook vorbei.

Beim ersten Wineflight gab es Käse und Schokolade zum Wein. Auch beim nächsten Tasting dürft ihr euch auf leckere Snacks freuen.

Das Logo der Stadtkellerei IMI – ein Köln-Panorama samt Dom, Reiterdenkmal und Colonius – ziert die Schraubverschlüsse.

Auf den Etiketten finden sich Arbeiten von Street-Art-Künstlern, die sich in Köln verewigt haben.

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