Sülz: "Wo ist Tom?" – ein Cheesecake-Paradies

Kuchen essen und Gutes tun – und das nicht nur für das eigene Hüftgold? Im "Wo ist Tom?" in Sülz ist das möglich. Denn dort gibt es nicht nur eine gigantische Cheesecake-Auswahl, sondern auch die Erklärung dafür, wer denn dieser Tom nun eigentlich ist.

"Wo ist Tom?" – Ist das nicht diese schräge Komödie mit Til Schweiger und Jürgen Vogel? Ach nee. Das war "Wo ist Fred?" Wer wissen will, wer oder was dieses "Wo ist Tom?" ist, der muss nach Sülz. Denn dort, an der Zülpicher Straße 309, liegt es – das Café mit dem seltsamen Namen. Beim Blick in die Kuchenvitrine drängt sich schnell eine Vermutung auf: Tom muss jemand sein, der gefühlte eine Million Cheesecake-Rezepte kennt – von Himbeer und Erdbeer bis hin zu Ananas-Kokos, Schoko-Nuss und Schwarzwälder-Kirsch-Style. Dass weit und breit kein Tom zu sehen ist, dürfte dann wohl daran liegen, dass der sich den ganzen Tag in der Backstube versteckt und nichts anderes macht, als einen Kuchen nach dem anderen zu zaubern.

Die Ergebnisse jedenfalls können sich sehen lassen. "Einmal alles bitte", möchte man rufen. Zumindest als echter Cheesecake-Fan. Und zumindest in einer Welt, in der Kuchen den Kaloriengehalt von Gurke und ein Magen das Fassungsvermögen eines Shell-Tankers hat. Doch die Wunschfee hat wie immer Pause – also muss eine Entscheidung her. Wer diese nach langem Naseplattdrücken an der Kuchenvitrine getroffen hat, den stellt die Karte bei der Getränkeauswahl vor neue Herausforderungen: Dort findet sich neben den üblichen Verdächtigen wie Cappuccino, Milchkaffee und Co. nämlich auch eine ganze Liste mit Sommergetränken wie Hugo, selbstgemachter Eistee, Lemon Mint Crush und mehr. Selbst ein Früh oder Club Mate gibt es. Und nicht nur das: In der Karte findet sich schließlich auch die Erklärung, wer dieser Tom denn nun wirklich ist. Und nein – es ist kein Meisterbäcker mit roten Pausbacken.

Tom ist Niederländer und war mal UNO-Beauftragter für "Displaced Persons" – also für Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und andere Menschen, die von den Nazis verschleppt wurden. Nach dem Krieg hatte Tom viele Lager und Anstalten besucht und gesehen, wie Kinder mit Behinderung dort leiden. Daraufhin gründete er 1958 zusammen mit Eltern und Fachleuten die Bundesvereinigung Lebenshilfe – auch an der Gründung der Lebenshilfe in Köln war er beteiligt. Also wurde das Café nach ihm benannt. Und tatsächlich: Wer es schafft, den Blick von der Kuchenvitrine abzuwenden, der entdeckt die Hinweise direkt neben der Tür: "Wo ist Tom?" gehört zur Kölner Lebenshilfe. Das Café ist Teil eines Projekts, das dabei helfen soll, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Kuchen essen und damit Gutes tun also.

"Wo ist Tom?" hat jede Menge Platz: Das Café erstreckt sich über zwei Etagen.

Wirklich lecker: Der Himbeer-Cheesecake mit weißer Schokolade.

Ihre Wünsche notieren Gäste auf einem Zettel, den sie dann an die Kellner weitergeben.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr

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