Nippes: Mataim – Falafel, die glücklich machen

Döner war gestern. Falafel-Sandwich und Heißhunger gehören inzwischen zusammen wie Hipster und Bart. An jeder Ecke eine andere Falafel-Bude. Da herauszustechen, ist ein Kunsstück. Dem Mataim in Nippes ist genau das gelungen – denn dort gibt's Falafel in der Gourmet-Version.

Die Kichererbse hat gut Lachen. Vor ein paar Jahren noch war der Döner das Fastfood schlechthin. Der allgegenwärtige Garant für übel riechende Busse und Straßenbahnen. Doch dann kamen die Skandale rund ums Gammelfleisch und die Resterampe vom Spieß. Und plötzlich machte Döner doch nicht mehr schöner. Also drängelten sie sich vor: Diese kleinen Dinger mit dem albernen Namen – aus dem die arabischen Falafel gemacht werden – haben die Spitze der Fastfood-Beliebtheitsskala erklommen. In Großstädten gehören Falafel-Sandwich und Heißhunger inzwischen zusammen wie Hipster und Bart.

Vorteil gegenüber dem spaßbefreiten Kollegen vom Spieß: Falafel sind vegan. Hallelujah! Denn: Tierprodukte sind ja sowas von out. So out, dass man für jeden nicht ganz ernst gemeinten Kommentar zum Thema Veganismus verbal gesteinigt wird. Fleischfresser gleich Nazi. Oder so ähnlich. Ich persönlich möchte angesichts so seltendämlicher Veggie-Militanz ja am liebsten zehn Protest-Döner auf einmal essen. Eigentlich. Wäre da nicht dieser Falafel-Laden in Nippes, der wirklich jede Döner-Bude in den Schatten stellt. Mataim Gourmet Falafel nennt sich Kölns wohl hippste Version des Falafel-Imbiss' – und der ist garantiert nicht nur was für Veganer.

Falafel Bowl: Macht satt. Und glücklich.

Ob die Kichererbsen-Bällchen von Mataim – so wie angeblich der Döner – auch schöner machen, ist zwar nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass die Dinger ihren Namen "Gourmet" völlig zu Recht tragen. Denn hier springt nicht irgendeine Kichererbsenpampe in die Friteuse – hier gibt es liebevoll selbstgemachte Falafel-Bällchen, die mit Petersilie und Koriander oder Harissa verfeinert werden. Bällchen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen und Farben. Das Auge isst mit.

Serviert werden die bunten Bällchen in unterschiedlichen Kombination. Günstigste Variante für sechs Euro: die Falafel Bowl – eine Brottasche mit sechs Falafel-Bällchen, jeder Menge frischem Gemüse und Humus. Unfassbar gut! Macht satt und glücklich. Ebenfalls auf der Karte: veganes Schawarma. Gemacht wird das aus fermentiertem Soja. Hört sich jetzt erstmal so mittel sexy an, soll aber grandios sein – so zumindest das Urteil aus dem Feinschmecker-Freundeskreis. Ohnehin kommen die, die schon mal im Mataim waren, irgendwie gar nicht mehr raus aus dem Schwärmen: "Die Salate sind der Knaller." "Das Frühstück ist grandios – der Joghurt mit Couscous war ein Traum." "Du musst unbedingt die selbstgemachte Limonade probieren!"

Und ja, die Lobgesänge sind berechtigt. Aber eigentlich gar nicht nötig. Denn wer einmal im Mataim war, wird sowieso begeistert sein – und wiederkommen. Das dürfte selbst für diejenigen gelten, die glauben, die besten Falafel der Stadt schon anderswo gefunden zu haben. Denn das Mataim hat – ganz abgesehen vom Essen – noch einen weiteren Vorteil gegenüber all den anderen Falafel-Buden: Keine verschmierten Plastik-Tische, kein Kitsch, kein flimmernder Flachbildfernseher in der Ecke und auch sonst kein schäbiges Imbiss-Interieur. Das Mataim ist hip, gemütlich, chic. Ein Laden, in dem man auch dann noch sitzen kann, wenn die Falafel längst Richtung Verdauungstrakt unterwegs sind. Und ein Ort, der zeigt, warum Döner-Buden ja "so yesterday" sind.

Kurzinfo: Das Mataim hat im November 2015 an der Neusser Straße 339 in Nippes eröffnet und ist täglich von 11 bis 22 Uhr für euch da. Wer in der Nähe wohnt, kann sich das Essen via Foodora auch nach Hause liefern lassen. Besonders sind nicht nur die Gerichte, sondern auch die Getränke. Neben der selbstgemachten Limonade gibt es Cola mit Dattelgeschmack und Smoothies. Für den täglichen Koffein-Kick ist natürlich auch gesorgt: Cappuccino, Espresso, Cold Drip Coffee – alles zu haben. Die Hauptgerichte kosten zwischen 6 und 12 Euro, Frühstück gibt es für 5 bis 7 Euro. Die Gerichte sind – abgesehen von zwei Saucen – komplett vegan.

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