Sülz: Goldig aufgetischt im Café Goldjunge

Die Sülzer Café-Landschaft ist um ein Schmuckstück reicher: An der Zülpicher Straße ist seit Neuestem ein echter Goldjunge zuhause – und beweist ein Herz für Langschläfer und Katerfrühstücker.

Da weißt du, wo der Wirt die Locken hat: Mit goldgelockter Wallemähne bedient Michael seine Gäste im Café Goldjunge. Es ist die wohl neueste Kaffee-Oase in Sülz – und selten passten Haupthaar des Besitzers und Name eines Cafés so wunderbar zusammen wie in diesem Fall. Blöd nur, dass die doch recht künstlich anmutende Lockenpracht eine jecke Ausnahmeerscheinung war. Denn eigentlich trägt Michael Graumeliert statt Blond. Und seine närrische Karnevalsperrücke lässt er darum wohl spätestens am Aschermittwoch wieder in der Schublade verschwinden.

Die tatsächlich namensgebenden Goldjungs hingegen gibt es ganz unabhängig von närrischen Brauchtümern das ganze Jahr über. Gemeint sind nämlich nicht etwa blonde Löckchen, sondern goldgelbe Brötchen. Und die sind sogar selbstgemacht – echte "Handwerkskunst", wie es in der Karte heißt. Bestellt werden können die knusprigen Kerlchen mit verschiedenster Garnitur. Mit Avocado, geschmortem Gemüse und Salat zum Beispiel (4,60 Euro). Oder mit Ziegenkäse, Tomatencreme und Rucola (4,70 Euro). Für Fleischfresser stehen zudem selbst kreiierte Kalbstrami oder Fenchelsalami zur Auswahl.

Ein Relikt, das aus den meisten Hipster-Cafés verbannt wurde

Die Idee, ein eigenes Café aufzumachen, entstand in einer Schnapslaune. Eine Schnapsidee ist das deswegen aber noch lange nicht. Denn: Das Konzept ist durchdacht. Die Produkte, die hier auf den Tellern landen, sind möglichst regional, Bio und stammen aus artgerechter Tierhaltung. Der Kaffee kommt von der Kölner Rösterei Van Dyck. Und Langschläfer dürfen sich darüber freuen, dass Frühstück hier ganz unabhängig von Tageszeiten geordert werden kann. Obendrein gibt es Stullen, Suppe, Salat – und natürlich Kuchen.

Letztere wirken bodenständig: Der Käsekuchen sieht aus wie bei Großmuttern, und schmeckt auch so – was man durchaus als Kompliment verstehen darf. Auch die nussige Schokotarte mit leichter Espressonote ist optisch zwar wenig spektakulär, überzeugt jedoch durch ihre saftige Konsistenz. Zudem thront in der Kuchenvitrine ein Relikt, das aus den meisten Hipster-Cafés längst verbannt wurde: der gute alte Marmorkuchen. In Oversize-Größe. Das ist ähnlich charmant wie der bunte Mix aus verschiedenen Vintage-Möbeln. Goldig.

Frühstück gibt es im Café Goldjungen den ganzen Tag lang – und das auch noch mit lustigen Pärchennamen (6 bis 20 Euro).

Van Dyck Kafffe, Kuchen, Vintage-Ambiente. Und eine Warnung: Wer verbotene Substanzen konsumiert hat, sollte nicht zu lange auf die Tapete starren.

Ein Goldjunge – das ist dieses knusprige Kerlchen rechts im Bild. In diesem Fall mit Salat, Avocado und geschmortem Gemüse.

Wo: Zülpicher Straße 282, 50937 Köln. Wann: Montag, Mittwoch & Donnerstag 8 bis 19 Uhr, Freitag & Samstag 8 bis 20 Uhr, Sonntag 9 bis 19 Uhr, Dienstag ist Ruhetag

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